, Frei Michael

Interview mit Claudia Mannhart / Entretien avec Claudia Mannhart

In Bern kennt man sich… und das verändert alles - Der Erlacherhof, ein Herrschaftshaus aus dem 18. Jahrhundert im Herzen der Berner Altstadt, seit 1832 im Besitz der Stadt Bern, beherbergt die städtische Kanzlei. Dort übt Claudia Mannhart, Juristin mit Stationen beim Bund und beim Kanton Bern, seit 2021 das Amt der Stadtschreiberin aus. An der Spitze eines Teams von 32 Personen bewegt sie sich täglich zwischen Gemeinde, Kanton und Bund – in einer Stadt, in der sich die politischen und administrativen Akteure der drei Bern begegnen… manchmal sogar im Supermarkt. Wir haben sie an diesem prestigeträchtigen Ort getroffen, um darüber zu sprechen… auf Französisch! ***** A Berne, on se connaît… et ça change tout - L’Erlacherhof, demeure du XVIIIe siècle au coeur de la vieille ville de Berne, propriété de la ville de Berne depuis 1832, abrite la chancellerie municipale. C’est là que Claudia Mannhart, juriste passée par la Confédération et le Canton de Berne, occupe le poste de chancelière depuis 2021. À la tête d’une équipe de 32 personnes, elle navigue chaque jour entre la Commune, le Canton et la Confédération, dans une ville où les acteurs politiques et administratifs des 3 Berne se croisent… parfois au supermarché. Elle nous a reçu dans ce lieu prestigieux pour en parler… en français!

SKSG: Wie viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gibt es bei der Stadt Bern?

Claudia Mannhart: Rund 4’800 Personen, das entspricht 3’300 Vollzeitäquivalenten. Das Lehrpersonal ist nicht eingeschlossen. Es wird von den Schulkommissionen angestellt, jedoch nach kantonalem Recht, und gehört nicht zur zentralen Verwaltung. Diese Unterscheidung verdeutlicht die Aufgabenteilung: Die Gemeinde ist für die Schulinfrastruktur zuständig, nicht aber für die direkte Anstellung des Lehrpersonals. Ebenfalls  besitzt sie seit über zehn Jahren keine Pflegeeinrichtungen mehr.

SKSG: Wie ist die Kanzlei organisiert und für wie viele Personen trägst du die Verantwortung?

C.M.: Die Kanzlei umfasst vier Bereiche: den Rechtsdienst, das Archiv, die offiziellen Beziehungen sowie – selbstverständlich – die politischen Rechte. Dies bedeutet rund fünfzehn kommunale Abstimmungen pro Jahr, was insbesondere damit zusammenhängt, dass gegen jede neue Ausgabe ab 2 Millionen Franken das Referendum ergriffen werden kann – ein sehr tiefer Betrag für eine Stadt wie Bern. Wir sind auch das Bindeglied zwischen Exekutive und Legislative. Mein Team zählt 32 Personen, was 23 VZÄ entspricht. Zum Bereich der offiziellen Beziehungen gehört auch die Organisation von Empfängen, Anlässen wie beispielsweise die Volljährigkeitsfeier sowie Willkommensveranstaltungen für Neuzugezogene.

SKSG: Wie verteilt sich deine Arbeitszeit?

C.M.: Rund 40 % für die Begleitung der Stadtregierung, 10 % für den Kontakt mit dem Stadtrat, 20 % für die politischen Rechte, 20 % für die Teamleitung und 10 % für bereichsübergreifende Projekte. Hinzu kommt eine systematische Präsenz an Abstimmungswochenenden sowie die Mitwirkung bei organisatorischen Anpassungen im Zusammenhang mit Personalwechseln.

SKSG: Was unterscheidet oder verbindet Bund, Kanton und Gemeinde am meisten?

C.M.: Verfahren und Regeln sind ähnlich, aber auf Gemeindeebene sind wir naturgemäss näher bei der Bevölkerung und die Dossiers sind vielfältiger. Diese Vielfalt gefällt mir besonders nach meinen Jahren in rein juristischen Diensten. In der Stadt Bern befassen wir uns mit konkreten Bereichen wie Städtebau, Soziales oder Finanzen. Das kontrastiert mit den spezialisierteren und stärker abgegrenzten Aufgaben, die ich beim Bund und beim Kanton kennengelernt habe.

SKSG: Wie überschneiden sich diese drei Realitäten in deiner Arbeit?

C.M.: Mit dem Kanton befassen wir uns hauptsächlich mit politischen Rechten, Raumplanung und der Aufsicht über die Gemeinden. Mit dem Bund geht es ebenfalls um politische Rechte (insbesondere um Probleme bei der Unterschriftenkontrolle). Es werden auch Themen diskutiert, die mit der lokalen Nähe zu tun haben, wie Autobahnprojekte (der Wankdorfkreisel oder die Umfahrung Bern-Ost) oder die Nutzung des Bundesplatzes durch den Wochenmarkt, für Demonstrationen oder andere Veranstaltungen. Die Exekutiven treffen sich regelmässig, und die Nähe erleichtert die Beziehungen und führt auch zu informellen Austauschen. Manchmal treffe ich einen Regierungsrat auf dem Weg mit dem Velo zur Arbeit oder einen ehemaligen Bundeskollegen bei einer öffentlichen Veranstaltung.

SKSG: Gibt es gemeinsame Routinen oder Instrumente?

C.M.: Ja, es gibt regelmässige Treffen zwischen den Behörden, gemeinsame Projekte wie den Welcome Desk für das diplomatische Corps und traditionelle Veranstaltungen wie den Neujahrsempfang. Diese Anlässe ermöglichen es, gemeinsame Dossiers zu besprechen und das gegenseitige Verständnis zwischen den Institutionen zu stärken.

SKSG: Spürst du einen besonderen Druck aufgrund der Präsenz der Bundesinstitutionen?

C.M.: Eigentlich keinen Druck, im Gegenteil: Die Nähe macht die Kontakte einfacher – man kennt sich, und das erleichtert die Arbeit. Es gibt vor allem ein Netzwerkgefühl: Jeder kennt die Rolle und die Zwänge des anderen, was mögliche Spannungen reduziert.

SKSG: Hast du eine Anekdote, die den Reichtum dieses Kontexts illustriert?

C.M.: Am Neujahrsempfang treffen sich die kommunalen, kantonalen und eidgenössischen Behörden. Bundesräte, Regierungsräte und Gemeinderäte am selben Tisch zu sehen, das ist sehr  bernerisch! Diese Momente der Geselligkeit tragen dazu bei, ein dauerhaftes und positives Vertrauensklima zu schaffen.

SKSG: Du empfängst uns und beantwortest unsere Fragen auf Französisch. Wir danken dir dafür. Über die jüngste Entscheidung der Stadt hinaus, ihre zweisprachigen Klassen zu schliessen (vgl. …), wie integriert die Stadt Bern in einem zweisprachigen Kanton die Thematik des Französischen?

C.M.: Deutsch dominiert selbstverständlich, aber Französisch bleibt dank der Verwaltungen von Bund und Kanton und des diplomatischen Corps präsent. Gewisse Verfahren, wie die Einbürgerung, können auf Französisch durchgeführt werden – eine Ausnahme, die eine Anpassung des zuständigen Dienstes erforderte. Wir übersetzen auch unsere wichtigsten Informationen. Die Stadt pflegt zudem einen regelmässigen Dialog mit den frankophonen Vereinigungen und geht, soweit möglich, auf Übersetzungsanfragen von Einwohnerinnen und Einwohnern oder vom Stadtrat ein.

Gesprächsführung: Pierre-André Dupertuis

 

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CSSM: Combien y a-t-il de collaboratrices et de collaborateurs à la ville de Berne ?

Claudia Mannhart : Environ 4’800 personnes, soit 3’300 équivalents plein temps. Le personnel enseignant n’est pas inclus. Il est engagé par les commissions scolaires, mais selon le droit cantonal, et ne relève pas de l’administration centrale. Cette distinction illustre la répartition des compétences : la Commune gère l’infrastructure scolaire mais pas la nomination directe du personnel enseignant et ne possède plus de structures de soins depuis plus de dix ans.

CSSM: Comment la Chancellerie est-elle organisée et de combien de personnes as-tu la responsabilité ?

C.M. : La Chancellerie couvre quatre domaines : le secteur juridique, les archives, les relations officielles, ainsi que, bien sûr, les droits politiques. Cela représente environ quinze votations communales par année, liées notamment au fait que le référendum est possible contre toute nouvelle dépense dès 2 millions de francs, montant très bas pour une ville comme Berne. Nous sommes aussi le lien entre l’exécutif et le législatif. Mon équipe compte 32 personnes pour 23 ETP. Le domaine des relations officielles comprend aussi l’organisation de réceptions, de soirées pour les jeunes de 18 ans et de journées d’information.

CSSM: Comment se répartit ton temps de travail ?

C.M. : Environ 40 % pour accompagner la Municipalité, 10 % pour le lien avec le Conseil communal, 20 % pour les droits politiques, 20 % pour la gestion d’équipe et 10 % pour des projets transversaux. À cela s’ajoute une présence quasi systématique lors des week-ends de votation, ainsi qu’une implication dans les ajustements organisationnels liés à des changements de personnel.

CSSM: Qu’est-ce qui différencie ou rapproche le plus la Confédération, le Canton et la Commune ?

C.M. : Les procédures et les règles sont similaires, mais, au niveau communal, nous sommes naturellement plus proches de la population et les dossiers sont plus variés. C’est cette diversité qui me plaît après mes années passées dans des services purement juridiques. En Ville de Berne, on touche à des domaines concrets comme l’urbanisme, le social ou les finances. Cela contraste avec les tâches plus spécialisées et cloisonnées que j’ai rencontrées à la Confédération et au Canton.

CSSM: Comment ces trois réalités s’entrecroisent-elles dans ton travail ?

C.M. : Avec le Canton, nous traitons essentiellement des droits politiques, de l’aménagement du territoire et de la surveillance des communes. Avec la Confédération : les discussions portent également sur les droits politiques (notamment le problème rencontré dans le contrôle des signatures). On évoque aussi des thèmes liés à la proximité locale, comme des projets autoroutiers (le rond-point de Wankdorf ou le contournement de
Berne-Est) ou encore l’utilisation de la Place fédérale par le marché hebdomadaire, pour des manifestations ou d’autres événements. Les exécutifs se rencontrent régulièrement et la proximité facilite les relations et entraîne aussi des échanges informels. Je croise parfois un conseiller d’État en allant travailler à vélo ou je retrouve un ancien collègue fédéral lors d’une manifestation publique.

CSSM: Existe-t-il des routines ou outils communs ?

C.M. : Oui, il y a des rencontres régulières entre autorités, des projets conjoints comme le Welcome Desk pour le corps diplomatique, et des événements traditionnels à l’image de la réception du Nouvel An. Ces rendez-vous permettent d’aborder des dossiers communs et de renforcer la compréhension mutuelle entre institutions.

CSSM: Ressens-tu une pression particulière liée à la présence des institutions fédérales ?

C.M. : Pas vraiment de pression, au contraire, la proximité rend les échanges plus fluides : on se connaît, et cela facilite le travail. Il existe surtout un sentiment de réseau : chacun connaît le rôle et les contraintes de l’autre, ce qui réduit les tensions potentielles.

CSSM: As-tu une anecdote illustrant la richesse de ce contexte ?

C.M. : Lors de la réception du Nouvel An, les autorités communales, cantonales et fédérales se retrouvent. Voir autour de la même table conseillères et conseillers fédéraux, cantonaux et municipaux, c’est très bernois ! Ces moments de convivialité contribuent à créer un climat de confiance durable et bénéfique.

CSSM: Tu nous reçois et réponds à nos questions en français. Nous t’en remercions. Au-delà de la récente décision de la ville de fermer ses classes bilingues (cf…), comment la Ville de Berne, dans un Canton bilingue, intègre-t-elle la problématique du français ?

C.M. : L’allemand domine évidement, mais le français reste présent grâce aux administrations et au corps diplomatique. Certaines procédures, comme la naturalisation, peuvent se faire en français – une exception qui a nécessité d’adapter le service compétent. Nous traduisons aussi nos informations principales. La Ville maintient aussi un dialogue régulier avec les associations francophones et répond, autant que possible, aux demandes de traduction émanant des habitants ou du Conseil communal.

 

Propos recueillis par Pierre-André Dupertuis